INSTITUT FÜR SOZIALE GEGENWARTSFRAGEN FREIBURG
Das Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg e.V. ist eine interdisziplinäre Forschungs- und Vermittlungseinrichtung für kulturelle und soziale Gegenwartsfragen und wurde am 23. Februar 1963 in West-Berlin gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Hans Georg Schweppenhäuser, Alfred Rexroth und Robert Jungk. Es unterhält Forschungsstellen in Freiburg, Berlin und Bremen und veranstaltet Seminare, Vortragsreihen und Symposien. Das Institut ist eine gemeinnützige wissenschaftliche Einrichtung in der Rechtsform eines gemeinützigen Vereins. Gegenwärtige Vorstände sind Ulrike von Wiesenau und Dr. Christian Matthiessen (Stand Dezember 2024)
Der Institut will die sozialen Fragen wissenschaftlich verhandeln und im Gespräch mit Institutionen, Wissenschaftlern und Schriftstellern zu einer fundierten Erfassung der sozialen Problematik vordringen. Seit der Gründung bis zu seinem Tode im Jahr 1983 leitete Hans-Georg Schweppenhäuser den Verein.
Seit 1977 erscheint im Verein die sozialwissenschaftliche Korrespondenz Bausteine für eine soziale Zukunft. Nach Schweppenhäusers Tod 1983 setzen Christian Matthiessen und Manfred Kannenberg die Korrespondenz als Zeitschrift für theoretische Ökonomie und soziale Frage fort. Zugleich werden Seminare und Symposien durchgeführt. In einer Kooperation mit der Universität Witten-Herdecke ist die Gesundheitsökonomie als ein weiterer Forschungsschwerpunkt hinzugekommen.
1990 hat Christian Matthiessen in Freiburg in einer Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk die Freiburger Kulturgespräche im Marienbad als eine Reihe transdisziplinärer Symposien zu Fragen der Ökonomie, Philosophie und Kunst gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Theater Freiburg wurden seit 1997 die Vortragsreihen Denker auf der Bühne und Capitalism Now veranstaltet. In direkter Folge wurde daraus imKunstraum Wien 1995 in Kooperation mit Markus Brüderlin die Installation Art & Language & Luhmann eingerichtet. Die Teilnehmer waren Art & Language, Niklas Luhmann, Peter Weibel, Catherine David. Im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) kuratierte Christian Matthiessen und Anne Schreiber für das Institut für soziale Gegenwartsfragen 2014 das Symposium Die Beobachtung Gottes – Konstruktionen und Konsequenzen des Monotheismus. Zu den Teilnehmern zählten Peter Sloterdijk, Sigrid Weigel, Bazon Brock, Dirk Baecker und Christina von Braun sowie Norbert Bolz. In diesem Zusammenhang entstand unter Regie von Christian Matthiessen der Theorie-Film L'Occhio di Dio mit Bazon Brock, Jonathan Meese und Martin Horn.
Die Forschungsstelle Bremen wandte sich unter Helmut Woll der Frage Gibt es den richtigen Umgang mit den Dingen? und alternativen Wirtschaftskonzepten (Diskussion um Wert und Preis, Eigentum und eine freiheitliche Ökonomie) zu. Die Fragestellungen werden in Form von Aufsätzen, Vorträgen und Ausarbeitungen über Ivan Illich, Botho Strauss, Leopold Kohr, Heinrich Rombach und Michael Beleites und in zahlreichen Buchveröffentlichungen verhandelt.
In der Forschungsstelle Berlin befasst sich Manfred Kannenberg-Rentschler mit der Aufarbeitung, Aktualisierung und Digitalisierung des textlichen Nachlasses von Hans-Georg Schweppenhäuser. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausarbeitung der Schenkungsökonomie. Ulrike von Wiesenau erweitert mit ihrer publizistischen Tätigkeit die Institutsarbeit um die Themenfelder Direkte Demokratie, Schutz der Gemeingüter und Öffentlichen Infrastruktur. Die Autorin und Aktivistin bringt die Erfahrungen ihrer organisatorischen und inhaltlichen Arbeit beim Berliner Wassertisch´, dem Berliner Wasserrat und bei BlackRock-Tribunal ein.
Vereinssitz: Sedanstr. 8, 79098 Freiburg
Vorstand: Christian Matthiessen, Freiburg; Ulrike von Wiesenau, Berlin