Mit der Herausgabe dieser Studienreihe ist Ralf Neff und Manfred Kannenberg-Rentschler ein bedeutender Beitrag für die anthroposophische Wirtschaftsliteratur gelungen. Bei dem Text handelt es sich um eine historische Arbeit von Bernhard Behrens, die ursprünglich zwischen 1930 und 1932 in Hamburg als sieben separate Hefte erschien. Fast ein Jahrhundert später liegt dieses fundamentale Werk nun erstmals als geschlossener, 320 Seiten starker Sammelband vor.
Die dreibändige Roman-Trilogie erzählt auf literarisch-theoretische Weise die Geschichte der „Theorie-Installationen“ der legendären Freiburger Jackson Pollock Bar in Kooperation mit der englischen Konzeptkunstgruppe Art & Language und der Systemtheorie Niklas Luhmanns.
https://www.youtube.com/watch?v=U7qrLtzqThY
Im Hotel Athena in Agrigento auf Sizilien findet eine Konferenz zum Gottesbegriff statt. Als Zeuge geladen ist der Stellvertreter Gottes auf Erden, Papst Benedikt XVI. Als er den Namen seines Gottes nicht sagen kann, gestattet ihm Hoteldirektor Bazon Brock, bei seinem Lehrer Heidegger auf dem Schiff der toten Denker im nahen Hafen um Rat zu fragen. Heidegger verabschiedet sich in mehreren Botschaften vom (katholischen) Theismus und lässt den Papst schließlich mit dem rätselhaften Begriff des "Seyns" allein. Der Papst zerfällt. Das Konferenzgeschehen wird immer wieder unterbrochen von Auftritten Niklas Luhmanns, der als theoretisches Gespenst in den Tempelanlagen seinen Gott als Beobachter, als "Transzendenz als Person" reflektiert. Das Personal des Hotels führt während dessen mit Filmzitaten von Luis Buñuel einen eigenen surrealen religionstheoretischen Diskurs. Berichterstatter Brock schlägt, zur Bestätigung seines Begriffs der "Theopoesie", schließlich eine Einvernahme des Künstlers Jonathan Meese in dessen Atelier in Berlin vor. Denn es seien doch die Dichter und Künstler gewesen, die die ganze Welt der Götter geschaffen hätten! Der Weg des Phantasmas Niklas Luhmann endet im ZKM in Karlsruhe, wo die reale Gotteskonferenz »Die Beobachtung Gottes« im Mai 2014 stattfindet.
A Jackson Pollock Bar Motion Pictures Production. Dauer 1:22:20
Regie: Christian Matthiessen. Darsteller: Bazon Brock • Martin Horn • Andreas Windhuis • Jonathan Meese • Beat Wyss, Peter Weibel
Drehbuch: Christian Matthiessen, Produzent: Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg.
In Kooperation mit dem ZKM Karlsruhe, der „Denkerei“ Berlin von Bazon Brock, Michael F. Bassler Freiburg, der GLS Treuhand Bochum, der WvM Projektentwicklung Wolfgang von Moers und Martin Horn
© Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg 2014
Das westliche Wohlstands- und Fortschrittskonzept steht bereits seit den 1960er-Jahren in der Kritik. Während soziale Kosten und ökologische Schäden heute im Mainstream angekommen sind, forderten Denker wie Kohr, Illich und Schumacher eine tiefergehende Kehrtwende: Sie kritisierten das grundlegende Fundament einer aus den Fugen geratenen Wirtschaft und forderten die Rückkehr zu Maß und Mitte. Mit dem Verlust dieser Proportionen schwand auch das Bewusstsein für die Ursprünge unseres Wohlstands. Das wirft fundamentale Fragen der klassischen ökonomischen Werttheorie auf – also der Frage, was eine Gesellschaft überhaupt als wertvoll erachtet. Um Willkür und Machtstrukturen entgegenzuwirken, ist ein dringender, dialogischer Austausch zwischen der objektiven Arbeitswertlehre und der subjektiven Grenznutzenlehre notwendig.
Die vorliegende Textsammlung untersucht diese Zusammenhänge und hinterfragt kritisch den modernen, rein mechanischen Arbeitsbegriff, der durch die ökologische Debatte neue, sinnstiftende Impulse erhält (etwa beim ganzheitlichen Ansatz von Ökobauern). Das Werk versteht sich als Anregung für einen neuen dogmengeschichtlichen Diskurs. Es plädiert dafür, die bereits in historischen Denkschulen – von der Romantik bis zum Marxismus – vorhandenen Ideen als unorthodoxe, wertvolle Ergänzung für die heutigen wirtschaftlichen Herausforderungen zu nutzen
In diesem Werk untersucht Prof. Dr. Helmut Woll systematisch die anthropologischen und philosophischen Fundamente der Wirtschaftswissenschaften. Er spannt den Bogen von den Klassikern wie Adam Smith und Karl Marx über die Denker der Historischen Schule bis hin zu modernen Konzepten der Institutionen- und Umweltökonomie. Woll zeigt fundiert und kritisch, dass jede ökonomische Theorie auf einem bestimmten Menschenbild beruht. Ein wichtiges Buch für alle, die Wirtschaft nicht nur als mathematisches System verstehen wollen, sondern nach Ethik, Verantwortung und dem wahren „menschlichen Maß“ in der Ökonomie suchen.
In „Kommentare zu Ökonomie und Religion“ (2021) hinterfragt Prof. Dr. Helmut Woll materialistische Marktmodelle und verbindet Wirtschaftstheorie konsequent mit Geisteswissenschaften. Das Werk analysiert Rudolf Steiners „Nationalökonomischem Kurs“, vergleicht Theorien von Ivan Illich und beleuchtet die historischen Einflüsse von Katholizismus und Protestantismus auf den Kapitalismus. Das Buch positioniert Wirtschaft als ein vom Menschen gestaltetes Kulturprodukt statt als wertneutrales Rechenmodell.
Das Buch offenbart einen Morgenstern, der sich zeitlebens leidenschaftlich um das öffentliche Wohl kümmerte. Und obwohl er, bedingt durch seine lebenslange damals unheilbare Lungenkrankheit, niemals ein politisches Amt oder Mandat bekleidete, denkt er das Politische der Zukunft, als sozial gerichtetes Wollen, ganz neu. So bringt er die verfasste Autonomie des geistigen und kulturellen Lebens unseres Gemeinwesens als ein Fundament künftiger Gesellschaftsordnung mit auf den Weg. Als er am Vorabend der Weltkriegskatastrophe stirbt, ist er durch seine große Nähe zu Margareta Morgenstern und Michael Bauer bereits Teil der aufkommenden Bewegung für die Entstaatlichung des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens Mitteleuropas. Der Autor findet in zahlreichen Briefen, Tagebucheintragungen, Epigrammen, kritischen Schriften und Zeitschriftenbeiträgen die Belege für Christian Morgensterns geistige Kraft zur Verwandlung des Politischen.
Die erste textliche Ausarbeitung des Autors Manfred Kannenberg zu dieser Thematik stammt aus dem Jahr 1984 und erschien unter dem Titel 'Berlin um 1900. Marie und Rudolf Steiner'. Das Buch von 2010 „Rudolf Steiner in Berlin...“ ist das umfassend ausgearbeitete, verlegte Gesamtergebnis nach jahrelanger weiterer Recherche.
Konzentrierte sich die Arbeit von 1984 auf das Zusammenwirken von Rudolf Steiner und seiner späteren Ehefrau Marie von Sivers in der Berliner Zeit, so bettet er nun beide in das gesamte politische, literarische und künstlerische Milieu Berlins ein ( Arbeiter-Bildungsschule, Giordano-Bruno-Bund und Friedrichshagener Kreis..). Manfred Kannenberg beleuchtet in dieser biografisch-historischen Dokumentation eine der faszinierendsten und prägendsten Lebensphasen Rudolf Steiners: seine Berliner Jahre von 1897 bis 1923. Die Jahrhundertwende in Berlin war ein gigantisches geistiges Spannungsfeld. Genau in diese von rasanter Industrialisierung, literarischer Moderne und sozialer Not geprägte Metropole tauchte Steiner ein.
Er stellt die Entstehung der Anthroposophie nicht als isoliertes Phänomen dar, verortet sie vielmehr mitten im rauen, pulsierenden Berliner Alltag der Jahrhundertwende. Die Einbindung historischer Dokumente, Briefe und zahlreicher zeitgenössischer Abbildungen macht das Buch zu einem lebendigen Stadt- und Kulturführer durch Steiners Wirkungsstätten.